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Sonderausstellung
19.07.2018 - 28.10.2018

Von Krösus bis Karl
Weltgeschichte in Münzen

Die 100.000 Objekte umfassende Münzen- und Medaillen- sammlung des Museum August Kestner ist ein kaum zu überblickender Schatz an Weltgeschichte(n). Eine historische Münze kann im Kleinformat Auskunft geben über ihre Entstehungszeit. Genau das ist das Ziel der seit April 2015 laufenden Präsentationsreihe „Die Jahrhundertmünze". Die Reihe konzentriert sich - alle drei Monate wechselnd - immer auf eine Münze und beleuchtet ihren historischen Hintergrund.
Nach vierzehn Jahrhunderten Münzgeschichte sind wir mittlerweile im 8. Jahrhundert nach Christus und bei Karl dem Großen angekommen. Somit haben wir die erste Hälfte der Münzgeschichte seit dem 6. Jh. v. Chr. bis in unsere heutige Zeit durchlaufen. Das ist der Anlass, alle unsere bisherigen Jahrhundertmünzen gleichzeitig, vom 19. Juli bis 28. Oktober 2018 erneut zu zeigen und so Geschichte(n) anhand von Münzen zu erzählen.

Der Besucher trifft auf Gold-, Silber- und Bronzemünzen, die außergewöhnlich und berühmt oder geläufig und unscheinbar sind. Die Geldstücke erzählen von Ägyptern, Römern, Parthern und Byzantinern. Sie erinnern an Pharaonen, Kaiser und Heilige. Es sind Schlaglichter, die Aspekte der Weltgeschichte erhellen.






Neuerwerbung
für das Museum August Kestner

DAS ‚REHBERG-ALBUM‘
– Freundschaftsbuch und Souvenir aus Rom

Im Frühjahr 2018 konnte für das Museum August Kestner mit Mitteln verschiedener Stiftungen und Förderkreise ein für die Kunst- und Kulturgeschichte der Stadt Hannover wichtiges Werk erworben werden: das sog. Rehberg-Album.

Das Rehberg-Album ist ein außergewöhnliches kulturhis- torisches Zeugnis. Es spiegelt als typisches Zeitphänomen der Romantik und des Biedermeier die deutsche Italiensehnsucht wider; in besonderer Weise dokumentiert es auch Hannovers internationale Beziehungen und ist ein Beispiel für den kulturellen Austausch mit dem deutschen Sehnsuchtsziel. Dieses spiegelt sich daher auch in der Vielfalt der Motive wider. Es ist während des Italienaufenthalts (1828-1830) der Familie des hannoverschen Staatsmannes August Wilhelm Rehberg (1757-1836) entstanden. Während dieser Zeit war August Kestner nicht nur aufgrund seiner dienstlichen Verpflichtungen als diplomatischer Vertreter für das Wohl der Gäste verantwortlich. Auch auf kultureller Ebene wirkte er für die Rehbergs als ‚Cicerone‘ und Türöffner zu den römischen Künstlerkreisen.

Die kulturhistorische Bedeutung des Albums und die Sammlungsgeschichte verweisen ohne Zweifel auf Hannover und das Museum August Kestner. In diesem Album, das wie ein Freundschaftsbuch Erinnerungen an Rom festhält, sind Zeichnungen verschiedener, zum Kreis der ‚Deutsch-Römer‘ gehörenden Künstler vereinigt, darunter einige, die ihrerseits einen besonderen Bezug zu Hannover bzw. Niedersachsen haben. Es enthält neben denen von August Kestner und Bertel Thorvaldsen Blätter von den ‚niedersächsischen‘ Malern Wilhelm Ahlborn, Johannes Riepenhausen und Friedrich Rehberg.

Die Bedeutung des Objekts für die Sammlung des Museum August Kestner liegt in der Person August Kestners. Er verbrachte 36 Jahre seines Lebens in Rom. Während dieser Zeit pflegte er – im besten Sinne als künstlerischer und wissenschaftlicher Dilettant, Sammler und Mäzen – enge Künstler- und Wissenschaftlerfreundschaften, die sich insbesondere im Kreis der sog. Deutsch-Römer sowie im von ihm mitbegründeten Instituto di Corrispondenza Archeologica, der Vorgängerinstitution des Deutschen Archäologischen Instituts, abspielten. Kestner wurde zu einem wichtigen bürgerlichen Akteur auf dem römischen Kunstmarkt, auf dem er im Laufe der Zeit seine umfangreiche Sammlung, bestehend aus Antiken, Aegyptiaca, Kunsthandwerk und Gemälde, zusammentrug, die schließlich zum Gründungsbestand des Kestner-Museums (gegr. 1889; seit 2007 Museum August Kestner) in Hannover wurde.

Der Erwerb wurde ermöglicht durch die großzügige Förderung von: Kulturstiftung der Länder, Ernst von Siemens Kunststiftung, Stiftung Niedersachsen, Kunst- und Kulturstiftung Hannover und dem Freundes- und Förderkreis „Antike & Gegenwart e.V."


Myssok, Johannes:
Deutsche Künstler in Rom um August Kestner und Bertel Thorvaldsen
DAS REHBERG ALBUM
2012, 80 Seiten, 61 Abbildungen
ISBN 978-3-86887-010-7






Vorankündigung:
Prachtstücke
Kunst & Kultur der Barockzeit
08.11.2018 - 07.4.2019


Die künstlerische Epoche des Barock prägte Europa von um 1600 bis gegen 1750. Ihr Formgefühl findet sich nicht nur in der Architektur, der Malerei oder der Skulptur, sondern auch in Werken der angewandten Kunst. Das Museum August Kestner besitzt neben Medaillen, Waffen, Fayencen, feiner Spitze und Gewebe auch kostbaren Schmuck und Goldschmiedearbeiten, die von der Prachtentfaltung an den Höfen und in den Städten zeugen.

Die Zeit des Barock war von Gegensätzen geprägt: Die höfische Pracht des Landesherrn erreichte ein kaum gekanntes Ausmaß. Das Schloss als Gesamtkunstwerk war ein Abbild seiner Herrschaft. Klöster und Kirchen wurden im Zuge der Gegenreformation als Sinnbilder des Glaubens errichtet. Daneben umspannte der Handel den Globus und veränderte die Sicht auf die Welt und den Menschen. Exotische Motive wurden begeistert von den Kaufleuten und Bürgern der Städte aufgenommen und in den Werkstätten und Manufakturen verarbeitet. Auf det anderen Seite bestimmte der Konflikt innerhalb des europäischen Christentums die Epoche. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) verwüstete als großer europäischer Glaubenskrieg weite Teile Deutschlands.

In der Ausstellung trifft der Besucher auf Pretiosen der reichhaltigen Barocksammlung, darunter auch bislang kaum gezeigte Stücke. In ausgewählten Themenbereichen wird das barocke Lebensgefühl und die Kultur der Zeit dargestellt.



















Vorankündigung:
GOETHE - VERWANDLUNG DER WELT
17.05. bis 15.09.2019 in Bonn, Bundeskunsthalle

Johann Wolfgang Goethe hat wie kein zweiter Dichter seiner Zeit jene Veränderungen reflektiert, die um 1800 die politischen, ökonomischen und kulturellen Fundamente Europas erschütterten. Zugleich war der 1749 in Frankfurt am Main geborene und 1832 in Weimar gestorbene Autor ein überaus wandlungsfähiger Künstler, der auf den Anbruch der Moderne mit immer neuen literarischen Weltentwürfen reagierte. Mit seinen Dichtungen, die in unzählige Sprachen übersetzt wurden, hat Goethe viele Künstler zu eigenen Schöpfungen inspiriert. Figuren wie Werther oder Faust eroberten alle Kunstgattungen und sämtliche Sparten der Populärkultur.

In den kulturellen und weltanschaulichen Auseinandersetzungen des 19. und 20. Jahrhunderts stilisierte man Goethe vielfach zu einer Autorität. Immer wieder berief man sich auf sein Oeuvre, das diesseits wie jenseits der nationalen Grenzen als Manifestation einer spezifisch deutschen Kultur wahrgenommen wurde. Heute, im 21. Jahrhundert, gilt Goethe als Pionier des interkulturellen Dialogs und als Vorläufer einer im Zeichen der Aufklärung stehenden Weltliteratur.

Die auf neuesten Forschungen basierende Ausstellung in der Bundeskunsthalle porträtiert Goethe als aufmerksamen Beobachter der anbrechenden Moderne und zugleich als Mitbegründer der modernen Kunst. Beide Aspekte werden unter dem Titel Verwandlung der Welt gebündelt und wechselseitig aufeinander bezogen. Zeit seines Lebens hat Goethe sowohl die Chancen als auch die Gefahren der gesellschaftlichen Modernisierung reflektiert. Er erkannte die Fortschrittspotenziale der europäischen Aufklärung und warnte zugleich vor den Zerstörungskräften der Industriellen Revolution. Die Auswirkungen einer zunehmend kapitalistischen Wirtschaftsordnung rückten ebenso in den Mittelpunkt seines Oeuvres wie die Perspektiven einer neuen und von traditionellen Vorgaben abgelösten Kunstauffassung. Die Ausstellung vergegenwärtigt aus unterschiedlichen Blickwinkeln, wie facettenreich sich die frühe Moderne in Goethes Biografie und in seinem künstlerischen Schaffen spiegelt.